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Weichenstellung für neue Ganztagsgrundschule in Schafhausen

Die Stadt Weil der Stadt treibt den Ausbau ihrer Schulinfrastruktur weiter voran. Zum Schuljahr 2027/2028 soll an der Schule am Schafberg in Schafhausen eine Ganztagsgrundschule in Wahlform eingerichtet werden. Der Gemeinderat hat hierzu in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung ermächtigt, den notwendigen Antrag fristgerecht auf den Weg zu bringen.

Räumliche und pädagogische Voraussetzungen Mit dem jüngst realisierten Erweiterungsbau inklusive einer eigenen Mensa hat die Stadt Weil der Stadt als Schulträgerin bereits die baulichen und räumlichen Voraussetzungen für einen modernen Ganztagsbetrieb in Schafhausen geschaffen. Parallel dazu läuft die pädagogische Ausarbeitung auf Hochtouren: Schulleitung, Lehrerkollegium und Elternvertreter entwickeln gemeinsam ein maßgeschneidertes Konzept für die Weiterentwicklung der Grundschule.

Der geplante Ganztagsbetrieb soll an vier Wochentagen (Montag bis Donnerstag) jeweils acht Zeitstunden von 07:30 Uhr bis 15:30 Uhr umfassen. Da das Modell als Wahlform konzipiert ist, bleibt die Teilnahme für die Familien freiwillig. Eltern können flexibel entscheiden, ob sie ihre Kinder für das Ganztagsangebot oder die reguläre Halbtagsschule (Unterrichtsende um 12:20 Uhr) anmelden. Nach der Anmeldung ist die Teilnahme jedoch für mindestens ein Schuljahr verpflichtend. Der Start ist zum Schuljahr 2027/2028 zunächst für die Klassenstufen eins und zwei vorgesehen.

Fristen, Kosten und rechtliche Rahmenbedingungen Um das Vorhaben fristgerecht zu realisieren, muss der offizielle Antrag der Stadt bis zum 1. Oktober 2026 beim Staatlichen Schulamt Böblingen eingehen. Die finale Genehmigung obliegt dem Regierungspräsidium Stuttgart. Dem Antrag werden zudem die Ergebnisse einer zweiten Elternbefragung beigefügt, die derzeit noch durchgeführt wird.

Mit der Antragstellung geht die Kommune erhebliche finanzielle Verpflichtungen ein: Der Schulträger erklärt sich bereit, das Mittagessen, die Aufsicht sowie die Betreuung der Schülerinnen und Schüler während der Mittagszeit zu gewährleisten und sämtliche damit verbundenen Personal- und Sachkosten zu übernehmen. Betroffen ist davon unter anderem das bestehende kommunale Betreuungsteam (aktuell 1,21 Vollzeitäquivalente mit einem Budget von rund 76.000 Euro jährlich), welches ab 2027 sowohl in der verbleibenden Schülerbetreuung als auch im neuen „Mittagsband“ der Ganztagsschule eingesetzt werden soll.

Branchen-Kontext: Der Übergang zum Rechtsanspruch Mit dem schrittweisen Ausbau der Ganztagsschule bis zum Schuljahr 2029/2030 wird das bisherige kommunale Betreuungangebot von Montag bis Donnerstag komplett entfallen. Kommunen stehen hier bundesweit vor der Herausforderung, bestehende Betreuungsstrukturen in das formelle Ganztagssystem zu überführen, während gleichzeitig freitags – am schulfreien Nachmittag des Ganztagsmodells – neue, gebührenpflichtige Anschlussbetreuungen organisiert werden müssen.

Quelle: Gemeinderat Weil der Stadt, Öffentliche Beschlussfassung vom 30.06.2026 (Vorlage: 2026/099). Dezernat I – Bürgermeister Christian Walter, Amt für Jugend und Soziales. Verfasser: Domenica Walter. Sitzungsdienst Weil der Stadt (Vorlage 2026/099)

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