Weil der Stadt setzt auf eine neue „Geh-Kultur“. Nach intensiven Begehungen und Workshops im Rahmen der landesweiten „Fußverkehrs-Checks 2025“ liegt nun der Abschlussbericht vor. Das Ziel: Die Attraktivität der Wege steigern, Barrieren abbauen und damit nicht zuletzt die lokale Wirtschaft stärken.
Gehen ist die elementarste Art der Fortbewegung und ein wichtiger Faktor für eine lebendige Stadt. Wie der aktuelle Bericht betont, fördert ein attraktiver Fußverkehr die gesellschaftliche Teilhabe und stärkt direkt die lokale Wirtschaft, da eine hohe Aufenthaltsqualität in den zentralen Orten – wie dem Marktplatz in Weil der Stadt – Besucher zum Verweilen einlädt.
Motto: „Gehwege frei räumen“
Ein zentraler Fokus der diesjährigen Checks lag auf dem Motto „Gehwege frei räumen“. In Weil der Stadt wurden dabei Nutzungskonflikte identifiziert, die auch für Gewerbebetreibende relevant sind: Mobile Barrieren wie Mülltonnen, Werbeaufsteller und auch die Außengastronomie können den Gehbereich einschränken. Der Bericht schlägt hierfür Multifunktionsflächen vor, auf denen solche Elemente gebündelt werden können, um die aktiven Gehbahnen für Passanten frei und sicher zu halten.
Stärken und Handlungsbedarf in der Kernstadt und Merklingen
Die Analysen bescheinigen Weil der Stadt und Merklingen eine kompakte Struktur, durch die fast alle Ziele in der Kernstadt innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichbar sind. Dennoch gibt es konkrete Baustellen:
- Barrierefreiheit: In der historischen Altstadt fehlen oft Bordsteinabsenkungen oder taktile Leitelemente, was Menschen mit Rollstühlen oder Kinderwagen vor Herausforderungen stellt.
- Sicherheit an Knotenpunkten: Besonders die Paul-Reusch-Straße, der Schießrainweg am Bahnhof und die überbreiten Einmündungen in Merklingen (z. B. Mittlere/Vordere Straße) wurden als kritisch für Fußgänger eingestuft.
- Schulwege: Rund um das Schulzentrum in der Jahnstraße sorgt der „Hol- und Bringverkehr“ (Elterntaxis) für Unsicherheit bei Kindern, die zu Fuß kommen.
Geplante Maßnahmen und wirtschaftliche Impulse
Der Bericht empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen, um die Situation nachhaltig zu verbessern:
- Optimierung von Querungen: Durch Gehwegnasen und vorgezogene Seitenräume sollen Sichtbeziehungen verbessert und Wege verkürzt werden.
- Aufwertung der Aufenthaltsqualität: Auf Plätzen wie dem Viehmarktplatz könnten mehr Grün und generationengerechte Sitzgelegenheiten die Verweildauer erhöhen.
- Bodenbeläge: Ein geplanter „Komfortstreifen“ in der Badtorstraße soll das Gehen auf dem historischen Pflaster erleichtern.
Wie geht es weiter?
Die Stadtverwaltung wird die Vorschläge nun prüfen und priorisieren. Die Förderung solcher Projekte ist durch das Land (LGVFG) mit bis zu 75 % möglich. Für die lokale Wirtschaft bedeutet eine fußgängerfreundliche Umgestaltung vor allem eines: Sicherere Wege führen zu mehr Frequenz in den Einkaufsstraßen und einer attraktiveren Innenstadt für Kunden und Gäste.
Der vollständige Abschlussbericht bietet eine detaillierte Roadmap für die kommenden Jahre, um Weil der Stadt noch lebenswerter und mobiler zu gestalten.
Diese Nachricht wurde auf Basis des „Abschlussberichts Weil der Stadt: Fußverkehrs-Checks BW 2025“ erstellt.
